Mit Kamera und Kanu: Oberschopfheimer ist aus Alaska zurück (Baden-Online, von Walter Holtfoth)

Quelle: https://www.bo.de/lokales/lahr/mit-kamera-und-kanu-oberschopfheimer-ist-aus-alaska-zurueck

Mit Kamera und Kanu in die unberührten Weiten Alaskas: Manfred Krüger verlässt jedes Jahr seine Heimat Oberschopfheim, um in die Natur aufzubrechen. Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger erzählt er von seinen Abenteuern und seinem geplanten Bildvortrag.

Er könnte der »Indiana Jones« aus Oberschopfheim genannt werden: Manfred Krüger, Jahrgang 1956, Abenteurer und leidenschaftlicher Fotograf. Sieben Wochen verbrachte er dieses Jahr in Alaska. Dem Lahrer Anzeiger erzählt er von seinen dortigen Abenteuern. Er wirkt wie ein Typ, der sich nahezu alljährlich größten Gefahren aussetzt, um eins zu sein mit der Wildnis Alaskas. Klein, drahtig und durchtrainiert, seine Augen glühen, wenn sein Thema zur Sprache kommt. Krüger ist belesen, erforschte schon als Kind seine Sehnsuchtsregionen in vielen Büchern. Seit den frühen 1980er-Jahren setzt er jedes Jahr alles daran, dem Ruf der nordamerikanischen Wälder zu folgen.

Nicht glücklich

»Ich hatte ein großartiges Elternhaus, das mich immer unterstützt hat.« Krüger erklärt, dass ihn sein Beruf als Industriekaufmann nicht wirklich befriedigt und glücklich gemacht hat. Immer wieder nimmt er alle möglichen Jobs an, um für ein paar Wochen seinen Traum zu leben. Schnell sind Menschen gefunden, die wie er »unterwegs sind« und denen er sich anschließen kann. All seine Touren hält er von Anfang an mit seiner Kamera fest. Unterwegs sind er und seine Freunde mit dem Kanu auf den Tausenden Flüssen im Gebiet um den Yukon River.

Ursprünglicher Ausgangspunkt der Expeditionen ist Dawson City, jene berühmte Stadt aus den Goldgräberzeiten. Dort, wo keine Menschen die Kreise der Tiere und Pflanzen stören, fühlt sich der Oberschopfheimer besonders wohl. »Natürlich musst du lernen, mit den Gefahren umzugehen, und glaub‘ mir, es ist sehr gefährlich.« Krüger nimmt mit seinen Erzählungen den Zuhörer buchstäblich mit ins Boot und gibt mit seiner Wortgewalt die Möglichkeit, hautnah mit dabei zu sein. Er erzählt, dass die Natur unerbittlich und hart sein kann. »Wenn du einen Fehler machst, dann bist du tot.«

Krüger übersteht und überlebt viele Gefahrensituationen. Mehrmals ist sein Kanu gekentert, weil die Crew sich für einen viel zu wilden Flusslauf entschieden hat. Nur mit viel Glück und dank der Schutzengel, die nach seinen Worten »nie eine Pause machen«, hat er alles überlebt.

Große Gefahr

In letzter Zeit sind es immer mehr Waldbrände, die eine große Gefahr darstellen. »Eine Feuerwand, die auf dich zukommt, ist ein gewaltiges Schauspiel, du spürst die Hitze, es ist drückend heiß, und nur der Fluss gibt dir halbwegs eine Sicherheit. Aber auch nur dann, wenn er breit genug ist.« In mehr als 30 Jahren gelebtem Abenteuer kommt vieles auf Krüger zu. Da ist ein ausgewachsener Bison, die Kanufahrer drohend darauf hinweist, dass sie sich in seinem Revier befinden, oder der Umstand, dass sich Krüger und seine Mitstreiter bei einem Absturz mit Fleischwunden durch den Wald schleppen müssen, immer mit dem Gedanken, dass Wölfe und Bären das Blut wittern und Fährte aufgenommen haben.

Angst habe er jedoch keine. Drüben in Kanada besitzen er und seine Freunde ein Blockhaus. Während ihrer Abwesenheit schauen die Nachbarn nach dem Anwesen. Es sind Menschen der »First Nation«, der indianischen Bevölkerung, die über die Jahre gute Freunde geworden sind. Bald wird es einen Dia-Vortrag in der Sternenberghalle geben. Wann genau kann Krüger allerdings nicht sagen. Derzeit sei er noch nicht fertig mit der Auswahl der Bilder.