Mit Kamera und Kanu: Oberschopfheimer ist aus Alaska zurück (Baden-Online, von Walter Holtfoth)

Quelle: https://www.bo.de/lokales/lahr/mit-kamera-und-kanu-oberschopfheimer-ist-aus-alaska-zurueck

Mit Kamera und Kanu in die unberührten Weiten Alaskas: Manfred Krüger verlässt jedes Jahr seine Heimat Oberschopfheim, um in die Natur aufzubrechen. Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger erzählt er von seinen Abenteuern und seinem geplanten Bildvortrag.

Er könnte der »Indiana Jones« aus Oberschopfheim genannt werden: Manfred Krüger, Jahrgang 1956, Abenteurer und leidenschaftlicher Fotograf. Sieben Wochen verbrachte er dieses Jahr in Alaska. Dem Lahrer Anzeiger erzählt er von seinen dortigen Abenteuern. Er wirkt wie ein Typ, der sich nahezu alljährlich größten Gefahren aussetzt, um eins zu sein mit der Wildnis Alaskas. Klein, drahtig und durchtrainiert, seine Augen glühen, wenn sein Thema zur Sprache kommt. Krüger ist belesen, erforschte schon als Kind seine Sehnsuchtsregionen in vielen Büchern. Seit den frühen 1980er-Jahren setzt er jedes Jahr alles daran, dem Ruf der nordamerikanischen Wälder zu folgen.

Nicht glücklich

»Ich hatte ein großartiges Elternhaus, das mich immer unterstützt hat.« Krüger erklärt, dass ihn sein Beruf als Industriekaufmann nicht wirklich befriedigt und glücklich gemacht hat. Immer wieder nimmt er alle möglichen Jobs an, um für ein paar Wochen seinen Traum zu leben. Schnell sind Menschen gefunden, die wie er »unterwegs sind« und denen er sich anschließen kann. All seine Touren hält er von Anfang an mit seiner Kamera fest. Unterwegs sind er und seine Freunde mit dem Kanu auf den Tausenden Flüssen im Gebiet um den Yukon River.

Ursprünglicher Ausgangspunkt der Expeditionen ist Dawson City, jene berühmte Stadt aus den Goldgräberzeiten. Dort, wo keine Menschen die Kreise der Tiere und Pflanzen stören, fühlt sich der Oberschopfheimer besonders wohl. »Natürlich musst du lernen, mit den Gefahren umzugehen, und glaub‘ mir, es ist sehr gefährlich.« Krüger nimmt mit seinen Erzählungen den Zuhörer buchstäblich mit ins Boot und gibt mit seiner Wortgewalt die Möglichkeit, hautnah mit dabei zu sein. Er erzählt, dass die Natur unerbittlich und hart sein kann. »Wenn du einen Fehler machst, dann bist du tot.«

Krüger übersteht und überlebt viele Gefahrensituationen. Mehrmals ist sein Kanu gekentert, weil die Crew sich für einen viel zu wilden Flusslauf entschieden hat. Nur mit viel Glück und dank der Schutzengel, die nach seinen Worten »nie eine Pause machen«, hat er alles überlebt.

Große Gefahr

In letzter Zeit sind es immer mehr Waldbrände, die eine große Gefahr darstellen. »Eine Feuerwand, die auf dich zukommt, ist ein gewaltiges Schauspiel, du spürst die Hitze, es ist drückend heiß, und nur der Fluss gibt dir halbwegs eine Sicherheit. Aber auch nur dann, wenn er breit genug ist.« In mehr als 30 Jahren gelebtem Abenteuer kommt vieles auf Krüger zu. Da ist ein ausgewachsener Bison, die Kanufahrer drohend darauf hinweist, dass sie sich in seinem Revier befinden, oder der Umstand, dass sich Krüger und seine Mitstreiter bei einem Absturz mit Fleischwunden durch den Wald schleppen müssen, immer mit dem Gedanken, dass Wölfe und Bären das Blut wittern und Fährte aufgenommen haben.

Angst habe er jedoch keine. Drüben in Kanada besitzen er und seine Freunde ein Blockhaus. Während ihrer Abwesenheit schauen die Nachbarn nach dem Anwesen. Es sind Menschen der »First Nation«, der indianischen Bevölkerung, die über die Jahre gute Freunde geworden sind. Bald wird es einen Dia-Vortrag in der Sternenberghalle geben. Wann genau kann Krüger allerdings nicht sagen. Derzeit sei er noch nicht fertig mit der Auswahl der Bilder.

BZ-Interview: Die Royals in Carcross

„Keine Langeweile“

DREI FRAGEN AN Alaska-Experte Manfred Krüger.

Fr, 30. September 2016 – Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung und in der Badische-Zeitung-Online.

von: Christian Engel

Foto: dpa

Foto: Badische Zeitung -> dpa

FRIESENHEIM. Prinz William und Kate reisen derzeit durch Kanada. Sie lächeln viel und schütteln Hände bis zur Sehnenscheidenentzündung – und sie besuchen Carcross, jenen Ort, in dem Manfred Krüger aus Friesenheim vor 24 Jahren eine Blockhütte errichtet hat. Mit ihm sprach Christian Engel über Reiseführer, Übernachtungsmöglichkeiten und königliche Feuer.

BZ: Prinz William und seine Familie besuchen in Kanada auch den Ort Carcross, in dem Sie eine Blockhütte stehen haben. Haben Sie ihnen Ihr Domizil als Übernachtungsmöglichkeit angeboten?
Krüger: Nein. Ich wurde aber von Freunden aus Carcross angerufen, weil die königliche Familie auf einem Grundstück ein Feuer machen will. Dieses Grundstück hat meine Lebensgefährtin kürzlich erworben. Es ist sehr schön dort und natürlich haben wir zugestimmt, dass sie das Gelände benutzen dürfen. Ob sie es tatsächlich getan haben, weiß ich nicht. Aber ich finde es dennoch oberklasse, dass sie in Kanada sind und jene Region besuchen, die meine zweite Heimat ist.

BZ: Verfolgen Sie die Reise der beiden?
Krüger: Ja, ich kriege abends immer Anrufe von kanadischen Freunden, die mir mitteilen, was das Prinzenpaar macht. Ich freue mich, dass William so aktiv ist und sich Kanada als Reiseziel ausgesucht hat. Dass er und seine Frau dann ausgerechnet in Carcross sind, bedeutet mir viel. Dort wird unglaublich viel gemacht, die Infrastruktur wird immer besser. Das alles können sie sehen – und hoffentlich schauen sie sich auch die Umgebung an, die ist beeindruckend.
BZ: In Bildergalerien sieht man Fotos von Kate und William, wie sie Hände schütteln, Käse mampfen und bei einem Volleyballspiel sind. Bissel langweilig, finden wir. Was würden Sie den beiden als persönlicher, royaler Reiseführer zeigen?
Krüger: Neben der Umgebung von Carcross würde ich mit ihnen in den Kluane-Nationalpark Wrangell-St.-Elias gehen. Dort ist die Wildnis sehr aktiv, man sieht beeindruckende Gletscherflüsse und natürlich den höchsten Berg Kanadas, den Mount Logan. Dazu würde ich Richtung Rocky Mountains gehen, um einen der großen Flüsse aus dem Quellgebirge zu sehen. Außerdem würde ich mit Kate und William über den Chilcoot-Trail laufen, der hat was, da hat man eine klasse Aussicht. Langweilig würde uns dreien auf jeden Fall nicht werden.

Zur Person: Manfred Krüger, 60, hat sich 1992 in den kanadischen Ort Carcross verliebt und dort mit einem Freund eine Blockhütte errichtet, in der er häufig ist.

BZ: Reise in die Welt der Bären

Fr, 24. Juli 2015 – Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe und als Online-Artikel in der Badischen Zeitung. von: Babette Staiger

Manfred Krüger vor dem Sandsteinbären, den ein Steinmetz für ihn auf der Nova gefertigt hat. Das Tier verharrt und überlegt, was es tun soll. Eine Pose, die Krüger besonders liebt.

Manfred Krüger vor dem Sandsteinbären, den ein Steinmetz für ihn auf der Nova gefertigt hat. Das Tier verharrt und überlegt, was es tun soll. Eine Pose, die Krüger besonders liebt. Foto: Babette Staiger

Manfred Krüger schnürt den Rucksack für sein nächstes Abenteuer in Kanadas Wildnis.

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Ein wenig ähnelt das Familienhaus von Manfred Krüger einer Trapperhütte, die winterfest gemacht wird. Alles ist etwas leergeputzt, aufgeräumt, der Kühlschrank abgestellt. Am nächsten Tag geht der Flieger nach Whitehorse im äußersten Nordwesten Kanadas. Hart an der Grenze zu Alaska hat Krüger sein Traumland gefunden und kehrt immer wieder dorthin zurück. Dort warten schon seine Lebensgefährtin, sein Wander- und Kanugefährte und der Husky Rick. Die vor Jahren selbstgezimmerte Blockhütte ist bereits gerichtet.

Einen Tag vor dem Abflug hat Krüger Zeit, in Erinnerungen zu kramen und seine Freude auf ein Wiedersehen mit der Wildnis zu teilen. Sein derzeitiger Begleiter Gregor ist ehemaliger Kapitän zur See. Nun, seine Ausbildung wird er im Kanadierboot wohl kaum brauchen, doch er ist ein geborener Abenteurer wie Manfred Krüger selbst. Manch gefährlichen Moment haben die beiden in ihrer jahrzehntelangen Freundschaft durch- und überlebt. Unter anderem auch Begegnungen mit Grizzlys.

Einst wanderten sie entlang eines Bachbetts. Gregor hörte Schritte im Kies und wähnte Krüger hinter sich: „Na, da bist du ja endlich.“ Doch erst als er sich umsah, erkannte er, dass er gerade mit einem ausgewachsenen Grizzly gesprochen hatte – und zwar ziemlich laut. Das gefiel Herrn Petz weniger, dem unwirschen Brummen nach zu urteilen. Da half nur ein beherztes „shut up“, um dem braunen Riesen die Courage abzukaufen. Noch mal gut gegangen.

„Es gibt kein Rezept für die Begegnung mit Bären. Die Situation zu entschärfen, ist das einzige Ziel“, sagt Krüger dazu. Gewehre? Lieber nicht, auch wenn Einheimische ihnen bereits dazu geraten haben. Da müsse man ja erst mal richtig Schießen lernen. Und dann sei noch nicht sicher, ob der Bär damit schachmatt gesetzt sei. Schließlich brauche man da schon schwere Flinten mit einem großen Kaliber – wer da nicht an Old Shatterhands Bärentöter denkt. Der war sowieso fast genauso groß wie der legendäre Autor.

Dieses Jahr freut sich Manfred Krüger auf Bärenbegegnungen. Die Zeit ist gut gewählt, denn da, wo sie sein werden, folgen die Grizzlys Königslachszügen. Sie dürften deren Geruch nach dem Ablaichen vom Vorjahr noch in Erinnerung haben. Auch Bären müssen erst einmal Erfahrungen sammeln, um die guten Jagdgründe wiederzuentdecken. Die zum Teil verendeten Lachse düngen nämlich die Flussufer. Dann erst weiß Petz, wo im nächsten Jahr der Tisch gedeckt sein wird.

Ihre Übungsexpedition wird die Abenteurer durch den Kluane Nationalpark führen. An einem „Übungsfluss“ wird das Equipment getestet. Da darf Husky Rick mit. Das ganze wird nicht mehr als acht bis zehn Tage dauern. Danach beginnt das eigentliche Abenteuer. Ohne Hund und Lebensgefährtin. Zwei Männer auf Du und Du mit der Wildnis. Vier Wochen am Rossriver entlang.

Zunächst werden sie die Strecke „abschwimmen“, um sich sämtliche Stromschnellen und kritischen Windungen des Flusses einzuprägen. Dann geht es mit dem Kanadier los. Jetzt muss Krüger beim Packen an den Frost denken. Denn vor etwa vier bis fünf Jahren hatten sie schon einmal mit Schnee im August zu kämpfen. Eine absurde Vorstellung im brütend heißen Oberschopfheim.

BZ: „So etwas passiert“ Übergriffe von Grizzlys auf Touristen

BZ-INTERVIEW mit dem Kanada-Kenner Manfred Krüger zum tödlichen Übergriff eines Grizzlys auf ein Schweizer Paar am Yukon.

Sa, 25. Oktober 2014 – Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe und im Online-Angebot der Badischen Zeitung.

von: Bastian Bernhardt

FRIESENHEIM. Vor einer Woche ist ein schweizerisches Paar am Yukon in Kanada von einem Grizzlybär angegriffen worden. Die Frau kam dabei ums Leben. Einer, der das Land und seine wilden Tiere seit vielen Jahren kennt – und dort schon persönlich in knifflige Situationen mit Grizzlys geriet – ist der Oberschopfheimer Manfred Krüger. BZ-Redakteur Bastian Henning fragte ihn, wie er den Vorfall einschätzt.

BZ: Herr Krüger, überrascht es Sie, dass in Ihrem langjährigen Reisegebiet nun eine Schweizerin vom Grizzly getötet wurde?

Krüger: Nein, überrascht bin ich nicht. Der Geruchssinn des Grizzlys ist sehr ausgeprägt. Wenn beim Haus des nun angegriffenen Paares ein Tierkadaver in der Nähe lag, kann das schon gereicht haben, um einen Bären anzulocken. Außerdem sind die Grizzlys jetzt kurz vor dem Winterschlaf ohnehin intensiv auf Nahrungssuche und reagieren unberechenbar. Hinzu kam der bellende Hund am Haus. Das könnte den Bär zusätzlich gereizt haben.

BZ: Es heißt, der Grizzly sei durchs Fenster ins Haus eingedrungen. War das vielleicht auch ein sehr aggressives Tier?

Krüger: Das ist Spekulation. Womöglich war hinter diesem Fenster just die Vorratskammer, dann hat das den Bären angezogen. Bei der Blockhütte meines Begleiters und mir am Yukon – übrigens nur 150 Kilometer vom Ort des tödlichen Grizzly-Vorfalls entfernt – haben wir die Fenster auch aus diesem Grund nur 40 auf 60 Zentimeter groß gefertigt.

BZ: Hätte das Schweizer Paar nicht einfach vor dem Bären weglaufen können?

Krüger: Das ist schwierig. Erstens wird der Grizzly aufmerksam, wenn etwas vor ihm flüchtet. Zweitens sind Grizzlys sehr gute Sprinter. Sie können auf allen Vieren galoppieren und rennen wie ein Pferd – jedenfalls viel schneller als Menschen.

BZ: Müsste die Regionalregierung nun die Menschen vor den wilden Tieren besser schützen – oder gar die Tiere vor dem Menschen?

Krüger (lacht): Naja, die Leute müssen natürlich aufgeklärt werden, dass man im Bärengebiet keine Nahrungsmittel draußen lassen sollte, dass man auf der Hut sein muss und sich aktiv schützen kann. Unser Nachbar hat seine Blockhütte mit einem mehr als drei Meter hohen Zaun umgeben. Da kommt ein Bär nicht rüber.

BZ: Wie können sich Wanderer schützen?

Krüger: Sie müssen beim Campen acht geben, wie der Wind steht. Wenn wir dort unterwegs sind, legen wir rund ums Lager Mottenkugeln aus, das den menschlichen Geruch überdeckt. Außerdem haben wir Pfefferspray dabei, wenn es mal zum direkten Kontakt kommt.

BZ: Kam es denn schon einmal dazu?

Krüger: Ich bin schon mehrfach Grizzlys begegnet. Einmal kam einer direkt vor unsere Blockhütte gelaufen. Eine Freundin, die gerade zu Besuch war, wollte raus, sah den Bär – und tat das einzig Richtige: Sie schloss die Tür sofort wieder. Ich war da gerade unterwegs. Als ich später zum Haus kam, war der Bär noch da. Es war aber ein junges Tier. Es flüchtete auf den Baum, als es mich sah. Erst nach ein paar Tagen ist der junge Grizzly runtergekommen und weg. In einem anderen Fall stand ein Freund beim Wandern plötzlich unmittelbar vor einem Grizzly. Da hat er den Bär einfach angeschrien. Der war so verdutzt, dass er Reißaus genommen hat.

BZ:…was nicht immer funktionieren dürfte…

Krüger: Nein, sicher nicht. Solche tragischen Fälle, wie jener jüngste kommen einfach vor. Es waren unglückliche Umstände: die Jahreszeit mit dem nahenden Winterschlaf, vielleicht eine gewisse Panik auf beiden Seiten. So etwas passiert.

BZ: Reisen Sie künftig mit einem anderen Gefühl an den Yukon?

Krüger: Nein. Man muss diesen tollen, faszinierenden Tieren mit höchstem Respekt begegnen und vorsichtig sein. Aber man kann nicht auf alles gefasst sein. Grundsätzlich ist die Gefahr, zwischen Lahr und Offenburg mit dem Auto tödlich zu verunglücken, größer, als am Yukon vom Grizzly angefallen zu werden.

Der tödliche Vorfall

Das Schweizer Paar lebte seit einigen Jahren als Touristenführer am Yukon. Der Vorfall nahm seinen Lauf, als der Hund des Paares am Morgen anschlug. Der Mann ging hinaus, um den Hund zu beruhigen – und sah den sich nähernden Bären. Er ging ins Haus zurück, um sein Gewehr zu holen. Offenbar drang der Bär dann durchs Fenster ins Haus ein. Das Paar rannte hinaus, verfolgt vom Grizzly, der sich auf die Frau stürzte. Der Mann tötete den Bär, konnte seine Partnerin aber nicht retten. Warum sich der Grizzly dem Haus näherte, ist unklar. Der ganze Bericht zum Vorfall im Internet unter http://mehr.bz/grizzlyattacke

Der Mittfünfziger aus Oberschopfheim wandert, schippert und fährt seit vielen Jahren durchs Yukon-Gebiet. Seinen Diavortrag „Die erlebte Wildnis“ wird er wohl im Januar wieder halten.

Aktuelle Tour: „Lowell Gletscher vor 25 Jahren und heute“

Aktuelle Tour: „Lowell Gletscher vor 25 Jahren & heute“

„Kanadische Wildnis erleben!“

Manfred Krüger zeigt seine Reiseziele in der Karte in Vorfreude auf die groß Tour 2014

Der Abenteurer Manfred Krüger aus Oberschopfheim in Baden, ist vergangenen Sonntag (29. Juli 2014) zu seiner neuen Tour nach Kanada aufgebrochen. In den kommenden 6 Wochen wird er unter anderem seine alte Tour zum Lowell Gletscher im Kluane National Park erneut in Angriff nehmen. In Sichtweite zum Mount Logan (5.959 m – höchster Berg Kanadas) bereist er mit seinen Kollegen Gregor Durstewitz ein Gebiet, in dem er schon bei einer Tour 1989 unterwegs war. Ausganspunkt für die Reise ist ihre Blockhütte in Carcross, Yukon, in der Nähe von Whitehorse.

Gletscher im Wandel der Zeit – vor 25 Jahren und heute

Nach vielen Jahren in Kanada und Alaska sind auch Manfred Krüger klimatische Veränderungen aufgefallen. Nun möchte er selbst sehen, wie sich der Lowell Gletscher in diesen 25 Jahren verändert hat. Die Vergleichsfotos des Llowell-Gletschers 1989 – 2014 wird er dann zum Jahresende 2014 in seinen neuen Diavisions-Vorträgen in der Ortenau präsentieren – und dazu natürlich auch von seinen Erlebnissen in der Wildnis berichten.

Transportmittel: Wasserflugzeug und Kanu

Mit dem Wasserflugzeug lassen sich die Abenteurer Manni und Gregor mit Ausrüstung und Kanu zum „Mush Lake“ einfliegen. Vom „Mush Lake“ paddeln sie in den angeschlossenen „Bates Lake“ (ca. 20 km) in die Nähe des Lowell Gletschers. Dann stehen Ihnen 70 km Fussmarsch zum Lowell Gletscher bevor. Für Hin- und Rückweg haben Sie 10 Tage eingeplant. Sie hoffen ausserdem auf gutes Wetter mit guter Sicht und Fotos von den dort typischen Goats (Bergziegen). Außerdem erwarten sie reichlich Anglerglück – also frisch gefangenen und gebratenen Lachs vom Lagerfeuer zur Stärkung.

Teil 2 der Reise – Oberlauf „Liard River“

Nach der Gletscher-Tour wird er mit einem neuen Team zu einer weiteren Erkundungsfahrt aufbrechen. Zusammen mit Drews Beckmann, Sabine Wieber und „Rick von Baden“ einem 3 Jahre alten Husky-Rüden wird er den Oberlauf des „Liard Rivers“ durch die „Mackenzie Mountains“ befahren. Um zum Einstiegspunkt zu gelangen fahren sie zuerst mit ihrem Unimog ca. 450 Kilomter an den Watson Lake, von dort lassen sie sich wieder samt Ausrüstung und Kanus per Wasserflugzeug an den Oberlauf des Liard fliegen. Auf der Strecke vom Oberlauf zurück zum Watson Lake erwartet die Paddler außer einer atemberaubenden Landschaft auch viele Stromschnellen. Die schwierigsten Stromschnellen (der Kategorie 4-5) werden Sie vorsorglich umtragen.

Erlebte Wildnis in Diavorträgen in der Ortenau

Nach seiner Rückkehr im Spätjahr 2014 wird Manfred Krüger seine Erlebnisse und seine neuen Fotos sichten und daraus eine neue Diavotrag entstehen lassen. Mit diesem neuen Vortrag, jeder Menge Reise-Highlights im Gepäck und seiner erfrischend natürlichen Art wird er dann wieder Vortragsbesucher in der ganzen Ortenau begeistern.

Die Tour 2014 beinhaltet die Tour zum „Lowell Gletscher“ im „Kluane Nationalpark“ mit Blick auf den „Mount Logan“, sowie die erneute Befahrung des Oberlaufes des „Liard Rivers“ bis zum „Watson Lake“

Lahrer Anzeiger: Aus Angst wird Ehrfurcht

Lahrer Anzeiger (26.10.2012):

Bärenfoto von Manfred Krüger»Aus Angst wird Ehrfurcht«

Manfred Krüger pflegt eine ganz besondere Liebe. Der Oberschopfheimer, der drei bis sechs Monate im Jahr in Alaska und Kanada zu Hause ist, hat Bären in sein Herz geschlossen.
Friesenheim-Oberschopfheim. Der 110. Geburtstag des wohl kultigsten Kuscheltiers, dem Teddy, wird von vielen Leuten rund um den Globus auf vielfältige Art gefeiert. Teddybären sind nicht nur heißgeliebte Stofftiere, sondern auch begehrte Sammlerobjekte. Ob mit Brummstimme oder Knopf im Ohr, mit Filzpfoten oder Schnauze aus Plüsch, vom nostalgischen bis zum Teddy der Neuzeit – bei Manfred Krüger (56) aus Oberschopfheim sind über 150 dieser putzigen Exemplare versammelt. Weiterlesen

BZ: „Abhauen ist für uns nicht in Frage gekommen“

BZ-INTERVIEW mit M. Krüger, der in Yukon ein Feuer löschte.

Di, 21. Dezember 2010 – Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe und im Online-Angebot der Badischen Zeitung.

von: Bastian Bernhardt

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Die Nadelwälder im Nordwesten Kanadas sind jedes Jahr im Sommer von großen Bränden bedroht. Manfred Krüger (54) aus Oberschopfheim besitzt dort gemeinsam mit einem Freund ein Blockhaus. Bei einer seiner Reisen dorthin, hat er einen Waldbrand entdeckt – und geholfen, das Feuer zu löschen. Wie ihm das gelungen ist, hat BZ-Redakteur Bastian Henning von ihm erfahren.

BZ: Herr Krüger, wie haben Sie das Feuer entdeckt?
Manfred Krüger: Mein Freund und ich, wir wollten im Wald Holz machen. Als wir etwa zehn Kilometer in den Wald hineingefahren waren, haben wir es plötzlich rauchen gesehen. Als wir näher gekommen sind, war klar: Da brennt’s!

BZ: Was war Ihr erster Gedanke: Abhauen oder löschen?
Krüger: Abhauen wäre für uns beide nicht in Frage gekommen. Wir wussten sofort, dass wir versuchen wollen, das noch relativ kleine Feuer zu löschen.

BZ: Wie klein war es denn, als Sie es entdeckt haben?
Krüger: Ich schätze, dass so etwa 100 Quadratmeter in Flammen standen.

BZ: Wie sind Sie vorgegangen?
Krüger: Zunächst haben wir uns getrennt: Mein Freund ist mit dem Wagen in den nächsten Ort zehn Kilometer weiter gefahren um Hilfe zu holen, ich bin dageblieben, um das Feuer einzudämmen. Dazu hatte ich im Wesentlichen meine Axt, mit der ich an den Rändern des Feuers Büsche und Sträucher entfernt habe, damit die Flammen keine Nahrung bekommen und sich nicht weiter ausbreiten.

BZ: Ist Ihnen das gelungen?
Krüger: Das ging schon recht gut so. Allerdings habe ich kurz einen Schreck bekommen, als ich ein Löschflugzeug kommen gesehen habe. Da habe ich schon gedacht, dass ich die ganze Wasserladung gleich abbekommen würde. Das Flugzeug hat dann aber doch noch abgedreht.

BZ: Was war mit Ihrem Freund?
Krüger: Der kam nach einer halben Stunde mit zwei Helfern im Auto und einem Wassertank auf der Ladefläche wieder. Damit haben wir das Meiste löschen können. Später kamen dann noch Löschfahrzeuge der umliegenden Gemeinden dazu.

BZ: Hat man Ihr Engagement gewürdigt?
Krüger: Einige Zeit später habe ich einen Brief und eine Urkunde der Regionalverwaltung bekommen. Darin wird uns für unsere Hilfe gedankt.

Info: Die Erlebnisse seiner jüngsten Reise zeigt Manfred Krüger am Samstag, 8. Januar, von 20 Uhr an in der Friesenheimer Sternenberghalle im Diavortrag. Eintritt 10 Euro an der Abendkasse. Weiterer Termin: 5. Januar, 20 Uhr, Freie Waldorfschule Offenburg

LZ: Ein Abenteurer auf Tour in Kanada

Lahrer Zeitung vom 19. Oktober 2010

Von Christine Bohnert-Seidel

Oberschopfheim. Manfred Krüger ist wieder zurück. Hinter ihm liegen 54 erlebnisreiche Tage in Kanada. Versunken in seine Erinnerungen erzählt Krüger von Elchen, Bären, Wölfen, Karibus, Adlern und Stachelschweinen und von reißenden Flüssen.

Von Juli bis September war Manfred Krüger in seiner zweite Heimat Kanada, einer Welt voller ursprünglicher Natur, die es zu entdecken gilt. Seit 23 Jahren besitzt er in Carcross, einem kleinen 150-Seelen-Ort, eine Blockhütte. Diverse Touren hatte sich der Kanadakenner in diesem Jahr vorgenommen: Auf der ersten Reise sollten ihn seine Partnerin Sabine Wieber und der Polarhund Rick von Baden begleiten. „Leider erwartete mich Sabine mit einem Gipsarm“, erzählt Krüger. So verzichtete er auf die Erkundung des Kluane Lakes mit Hund, Freundin und einem Bekannten, Drews Beckmann. Es blieb bei der Tour mit letzterem.

Als Sabine Wieber längst wieder mit Hund Rick im Flugzeug Richtung Deutschland saß, brachen die beiden Männer sofort zur 580 Kilometer langen Flusstour auf.

Manfred Krüger erzählt von Wellenritten in einem Boot von 5,10 Metern Länge und 1,20 Metern Breite. Schnüre und Karabiner sicherten durch Strudel und reißendes Gewässer das 300 Kilo Gepäck. „Eigentlich hat man im September in Kanada nichts mehr im Boot verloren“, erklärte Krüger. Aber die Lust auf Abenteuer und spannende Erlebnisse siegte über die Vernunft. „Je enger ein Canyon, desto höher der Wasserdruck“, so Krüger. War das Risiko zu hoch, trugen die beiden Männer ihr Gesamtgepäck mit Boot auf mehreren Kilometern am Ufer entlang bis der Einstieg nicht mehr zu gefährlich war. „Angeln, zwei Zelte, gusseiserne Pfannen, Lebensmittelvorräte, Satellitentelefon, Neoprenausrüstung, Seile, Karabiner, Kleidung, Filmausrüstung – da kam ganz schön viel zusammen“, so Krüger. Aus dem Fluss holten die Männer Forellen, Hechte, Weißfisch und an Land musste so manches Stachelschwein daran glauben. Mitte September sollte sich das Wetter jedoch merklich ändern. Schnee lag auf 800 Metern. Abends blieben die Temperaturen nahe der Frostgrenze.

Nach dieser 580 Kilometer langen Flusstour auf dem Rossriver und Pellyriver zog Manfred Krüger für sich das Fazit: „Vieles hat sich in Fauna und Flora verändert.“ Es fehlte die pralle Fülle der Tierwelt mit Adler, Bären und Wölfen wie er sie vor 20 Jahren vorgefunden habe.

Unweigerlich spürte er auch ein milderes Klima – möglicherweise eine Folge des Klimawandels, wie es Krüger vermutet.

BZ-Interview mit M. Krüger

BZ-INTERVIEW mit M. Krüger, der im Yukon ein Feuer löschte:

 

<a title=“Manfred Krüger – Bericht über Aufenthalt in Kanada und Löschen eines Waldbrandes“ href=“http://www.badische-zeitung.de/friesenheim/abhauen-ist-fuer-uns-nicht-in-frage-gekommen–39074327.html “ target=“_blank“>Badische Zeitung – Bericht aus 2010</a>

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